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Flinke Fingeraktionen
Esslingen, 13.10.2007
Einen besonderen Leckerbissen präsentierte die Kreissparkasse zum Auftakt der Konzertreihe „Junge Interpreten“ nach der Sommerpause: Im Kronensaal stellte das „Kairos Trio“ ein apartes Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Bohuslav Martinu und Felix Mendelssohn Bartholdy vor. Mozarts Trio KV 542 überrascht nicht nur mit der für den Wiener Meister sehr ungewöhnlichen Tonart E-Dur, sondern schüttet auch ein Füllhorn wunderbarer Melodien über dem Zuhörer aus. Diese legte Mozart vornehmlich in den Klavierpart - damit konnte Doriana Tchakarova mit virtuoser Attitüde und variierender Anschlagskunst ihre pianistische Brillanz voll ausleben. Das dominierende Klavier fand jedoch auch immer wieder zum Dialog mit Flöte und Violoncello: Im musikalischen Stafettenlauf spielten sich die jungen Künstler die Melodien in virtuoser Manier gegenseitig zu. Julia Steinbächer hatte die heikle Aufgabe, den originalen Violinpart auf der Querflöte umzusetzen - kein leichtes Unterfangen, da die Querflöte, zumal in der tiefen Lage, nicht an das Volumen des Streichinstrumentes heranreicht. (...)
Bohuslav Martinus Trio erfreute mit kecken Tonspielen und frischem, rhythmisch pointiertem Triospiel. Über pedalgestützten Tonsequenzen entfalteten sich Flöte und Violoncello freischwebend, und in den langsamen Sätzen entstanden Momente emotionaler Emphase. Man hörte tonlich schön gefärbte (...) Gesangslinien der Flöte, und ein straff durchgezogenes Finale mit virtuosen Attacken und tänzerischem Touch. Beherzt ging das „Kairos-Trio“ Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio Nr. 1 op. 49 an. Hier griff Tchakarova vehement in die Tasten und animierte ihre Mitstreiter zu glutvollem Spiel. Das Violoncello sorgte für schwelgerische Töne, die Flöte setzte melodische Akzente, und in feiner kammermusikalischer Abstimmung schwang man sich den emphatischen romantischen Klanggipfeln empor. Die Interpretation war geprägt von dynamischer Tiefenschärfe, differenzierter Farbzeichnung und wunderschön ausgespielten Kantilenen in den Mittelsätzen. All diese Aktionen mündeten in einem Finale voller Leidenschaft und emotionaler Kraft - eine beeindruckende Demonstration bestens austarierten Triospiels.
von Rainer Kellmayer . Esslinger Zeitung.
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